Ein kurzer Anruf, eine Textnachricht über WhatsApp oder ein Foto auf Instagram. Es gibt heutzutage unendlich viele Wege, schnell mal aus dem Urlaub zu grüßen. Soziale Netzwerke bieten den Vorteil, dass die Urlaubsgrüße sofort den Empfänger erreichen und zudem kostenlos sind. Und trotz dieser digitalisierten Welt hat sie überlebt: die Postkarte.

Foto: Werner Müller-Schell

Foto: Werner Müller-Schell

Laut den Zahlen einer britischen Umfrage von ITV.com zufolge sank die Anzahl an versandten Postkarten in den Jahren 1997 bis 2007 zwar um mehr als 70 Prozent, dennoch senden gemäß einer weiteren Statistik von Bitkom derzeit immer noch 50 Prozent der Deutschen ihre Urlaubsgrüße per Post. Kein Wunder: Die Freunde ist groß, wird eine Ansichtskarte im Briefkasten vorgefunden. Doch warum freuen wir uns noch über ein Stück Papier, wenn wir eigentlich in einer Medienblase leben?

Mit meiner Postkarte denke ich an dich

Der Grund der Deutschen ist seit Jahren der Gleiche: Dieses Stück Karton hat einen Weg hinter sich – manchmal hat sich der Karton sogar schon über verschiedene Kontinente bewegt. Nicht nur, um dem Empfänger zu sagen: „Ich bin hier und mache Urlaub“, sondern vielmehr um zu sagen: „Ich denke an dich.“ Obwohl oder gerade weil das Schreiben von Postkarten schon beinahe Old School ist, erfreut man sich mehr als über ein Instagram-Foto, welches an alle ‚Friends‘ gerichtet ist. Etwas Handgeschriebenes mit Persönlichkeit hat in unserer von Medien durchrungenen Zeit schon fast etwas Nostalgisches, fast Romantisches an sich.

Foto: Werner Müller-Schell

Foto: Werner Müller-Schell

Im Gegenzug zu digitalen Nachrichten haben Ansichtskarten außerdem den Vorteil, dass sie nachhaltiger sind. Während eine WhatsApp-Nachricht mit der Zeit im Gesprächsverlauf verschwindet, hat man mit einer Postkarte etwas in der Hand. Postkarten hebt man sich nicht umsonst gerne auf oder hängt sie sich an die Pinnwand. Dabei fördern sie auch die Kreativität: Dank Postkarten lässt sich eine kahle Zimmerwand zur Reiseecke umdekorieren, eine Wäscheleine mit daran aufgehängten Postkarten verschönert die Wohnungsdecke und eine langweilige Tischplatte wird dank aufgeklebter Postkarten schnell einmal zum Travelbook.

Postcrossing.com als Service für Postkarten-Fans

Hebt eure Postkarten also gut auf! Wer gerne Postkarten im Briefkasten findet, aber nicht genügend schreibfreudige Bekannten hat, der kann sich bei www.postcrossing.com anmelden. Postcrossing ist ein Projekt, an dem alle teilnehmen können, die gerne Postkarten schreiben und gerne erhalten. Und so funktioniert’s: Man meldet sich an und erhält eine sogenannte Postkarten ID. Wenn du auf Reisen bist oder du einfach an einem wundervollen Ort lebst, sendest du eine Ansichtskarte an eine dir zugeordnete Adresse. Je mehr man selber verschickt, desto höher ist man im Ranking und bekommt noch mehr Karten. Wenn das keine tolle Idee für begeisterte Sammler, Bastler und Träumer ist.

Wir sind jedenfalls der Meinung, dass die Postkarte weiterleben muss. Postkarten sind nämlich eine zeitlose Urlaubserinnerung!