Die glitzernde Skyline Dohas und verträumte arabische Märkte, künstlich aufgeschüttete Inseln mit Prunkbauten und Beduinen-Einsamkeit in der Wüste. Katar ist kein großes Land, aber definitiv eines, das es mit seinem Mix aus arabischer und westlicher Kultur schafft, die Aufmerksamkeit der Welt auf sich zu ziehen. Nicht zuletzt durch die in wenigen Jahren in Katar ausgetragene Fußball-Weltmeisterschaft 2022 ist das Land schon jetzt in aller Munde.

Souq Waqif in Doha (Foto: Werner Müller-Schell)

Souq Waqif in Doha (Foto: Werner Müller-Schell)

Der Hamad International Airport in Doha ist zudem einer der größten Flughäfen der arabischen Halbinsel. Es kann also durchaus vorkommen, dass man auf einem Langstreckenflug nach Asien oder zurück auch ungeplant in Katar vorbeikommt und die Gelegenheit erhält, das Land auf einem Stopover zu entdecken. Etwa acht Stunden hatte ich auf meinem Rückflug von Indien Zeit, um die Hauptstadt Katars zu entdecken. Eigentlich viel zu wenig – aber dennoch genug, um einen kleinen Eindruck von Doha zu bekommen.

Spaziergang über den Souq Waqif

Der erste Spot, der einem von jedem Doha-Experten zuerst genannt wird, ist der Souq Waqif.  Souq ist die arabische Bezeichnung für die hierzulande so typischen Märkte. Der Souq Waqif ist dementsprechend der zentrale Markt der Stadt und damit der ideale Ort, um  ein Gefühl für den Mix aus orientalischen und westlichen Einflüssen, der durch die Gassen Dohas wabert, zu bekommen. Traditionelle Handwerkskunst, Gewürze, Kleidung, Souvenirs – es gibt nichts, das es hier nicht gibt. Auch Tiere und insbesondere Falken können hier erstanden werden.

Souq Waqif in Doha (Foto: Werner Müller-Schell)

Souq Waqif in Doha (Foto: Werner Müller-Schell)

Zwischen den alten Gemäuern und den engen Gassen gibt es zahlreiche kleine Cafés, die zum Verweilen einladen. Manche sehr traditionell, manche sehr westlich. Alles bieten sie leckersten arabischen Kaffe an, Shisha-rauchende Scheichs treffen auf westliche Touristen. In der Tat ist Souq Waqif auch einer der Orte in Doha, in der man sehr viele Einheimische trifft. In Katar ist das nämlich gar nicht so einfach: Nur jeder Siebte der rund zwei Millionen Einwohner Katars stammt nämlich auch tatsächlich aus Katar.

Souq Waqif in Doha (Foto: Werner Müller-Schell)

Souq Waqif in Doha (Foto: Werner Müller-Schell)

Romantische Stimmung am Hafen

Nicht weit vom Souq Waqif entfernt befindet sich der Hafen Dohas. Von hier aus hat man einen beeindruckenden Blick auf die Skyline Dohas, auch Westbay genannt, und kann tolle Fotos schießen. Im Hafen findet man auch zahlreiche kleine Boote, mit denen man sich durch die Hafenregion fahren lassen kann. Es ist schon ein ganz besonderes Gefühl, wenn man auf einem Sofa auf dem Oberdeck eines dieser Holzschiffe sitzt und die beeindruckende Skyline, die fast etwas Manhatten-mäßiges hat, bewundern kann. Auch für den Sunset in Doha ist der Hafen ein perfekter Ort.

Sonnenuntergang am Hafen von Doha (Foto: Werner Müller-Schell)

Sonnenuntergang am Hafen von Doha (Foto: Werner Müller-Schell)

Der Preis für solche Fahrten ist Verhandlungssache. Zu zweit haben wir für eine halbe Stunde in etwa 25 Euro bezahlt (100 Katar-Riyal), was uns in Anbetracht der doch relativ stolzen Preise in Doha angemessen erschien. Andere Bootsführer wollten deutlich mehr.

Weitere Hot Spots in Doha

Neben dem Souq Waqif und dem Hafen liegt auch The Pearl. Hierbei handelt es sich um eine künstlich aufgeschüttete Insel, die mit ihren Kanälen zwischen den Häusern ein bischen wie Venedig aussieht. Nur ein paar hundert Meter weiter befindet sich zudem das Katara Cultural Village. Hier finden sich unter anderem ein Amphitheater, eine beeindruckende Moschee und weitere Gebäude, die sehenswert sind. Besuchen kann man außerdem das Museum of Islamic Art, das auch fotografisch sehr interessant ist.

Souq Waqif in Doha (Foto: Werner Müller-Schell)

Souq Waqif in Doha (Foto: Werner Müller-Schell)

Ob sich ein Trip nach Doha lohnt? Auf jeden Fall! Wer will seinen stundenlangen Stopover schon am Flughafen verbringen, wenn er die Gelegenheit bekommt, in eine orientalische Stadt zumindest etwas einzutauchen? Auch ein mehrtägiger Aufenthalt bietet sich an, um die Wüste und die vielen weiteren tollen Spots in Katar kennenzulernen und den spannenden Mix aus arabischen und westlichen Einflüssen zu erfahren. In spätestens fünf Jahren wird Katar im Übrigen auch ganz gewiss kein Geheimtipp mehr sein. Es ist zu befürchten, dass das Land im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft noch westlicher wird …

Fünf Tipps für einen Stopover in Doha

  • Fliegt ihr mit Qatar Airways, bekommt ihr das Visum umsonst. Hier müsst ihr einfach auf der englischen Seite der Fluggesellschaft unter dem Reiter „Transit“ eure Flug- und Buchungsdaten angeben und bekommt so ein paar Tage später eine Bestätigung der Einwanderungsbehörde.
  • Qatar Airways hilft auch bei der Organisation von Activities. Für relativ günstiges Geld bekommt man so entweder Stadtrundfahrten oder sogar Ein- oder Mehrtagestrips durch das Land, auf denen man auch die Wüste kennenlernen kann. Es gibt aber auch zahlreiche andere Anbieter wie etwa InboundToursQatar.
  • Eine typische Stopover-Activity ist beispielsweise eine Wüstentour mit Jeep-Abenteuer. Offroad die Dünen rauf und runter brettern und dabei die Grenze zu Saudi-Arabien zu besuchen ist sicherlich noch einmal etwas ganz anderes, als nur in Doha zu verweilen.
  • Bezahlt wird in Doha mit Katar-Riyal. Vier Katar-Riyal entsprechen etwa einem Euro. Am Flughafen findet ihr nach dem Zollausgang rechts in der Halle einen Geldautomaten. Denkt beim Abheben daran, dass Katar relativ teuer im Vergleich zu vielen anderen Reiseländern ist. In Cafés und Co. könnt ihr zwar mit Kreditkarte zahlen, aber für Taxis und andere Dinge braucht es zumindest etwas Bargeld.
  • Die beste Reisezeit ist sicherlich der Winter. Im katarischen Sommer wird es schlichtweg zu heiß!
Sunset Boat Trip im Hafen von Doha (Foto: Werner Müller-Schell)

Sunset Boat Trip im Hafen von Doha (Foto: Werner Müller-Schell)