Wilde Tiere, Dschungellandschaften, menschenleere, verlassene Wüsten mit Riesendünen, afrikanische Kultur und deutsche Kolonialvergangenheit: Namibia ist ein Reiseziel der Superlative. Im Rahmen unseres Afrika-Aufenthaltes im vergangenen Jahr verbrachten Sabina und ich viele Wochen in diesem wunderschönen Land im Südwesten des Kontinents und ließen uns von diesem unglaublichen Mix verzaubern. Für Reisende gibt es nur eine Schwierigkeit: Namibia ist rund dreimal so groß wie Deutschland – umso schwieriger ist es, wirklich alle Ecken zu besuchen. In diesem Beitrag haben wir deshalb für euch zehn besonders schöne Ziele in Namibia herausgesucht, damit euch eure Reiseplanung leichter fällt.

1. Der Etosha National Park

Der Etosha National Park liegt rund 400 Kilometer nördlich der Hauptstadt Windhoek. Er befindet sich am Nordwestrand des Kalahari-Beckens uns ist einer der bekanntesten Wildparks in ganz Afrika. Das liegt insbesondere an der üppigen Wildpopulation, die Sichtungen garantiert. Besonders an den Wasserlöchern ist es möglich, so gut wie alle berühmten afrikanischen Wildtiere zu beobachten. Auch alle „Big Five“ (Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard). Mir war auf meinem Etosha-Trip das Glück beschwert, tatsächlich alle fünf Großen der afrikanischen Wildnis zu sehen! Den Etosha erkundet ihr entweder über eine gebuchte Tour oder ihr mietet euch selbst einen Wagen und fahrt durch den Park. Abgesperrte Campingplätze und Lodges machen die Übernachtung kinderleicht.

Der Etosha Park im Norden Namibias (Foto: Werner Müller-Schell)

Der Etosha Park im Norden Namibias (Foto: Werner Müller-Schell)

2. Der Caprivi-Zipfel

Schaut man Namibia auf der Landkarte an, fällt sofort der schmale Streifen im Nordosten auf: der Caprivi-Zipfel. Er wird von den Flüssen Okavango,Kwando und Sambesi eingegrenzt und ist Namibias Verbindung zum Inneren des afrikanischen Kontinents. Der Caprivi-Zipfel ist ein tolles Ziel, wenn man Wildtiere sehen will, führt er doch größtenteils durch den Dschungel. Es kann also durchaus vorkommen, dass plötzlich eine Elefantenherde die Straße kreuzt! Der Caprivi-Zipfel grenz an seinem äußersten Ende an das Vier-Länder-Eck Simbabwe, Sambia und Botswana, was ihn für Overland-Safaris auch zu einem beliebten Ziel macht, um die nicht weit von der namibischen Grenze entfernten Victoria Falls oder den in Botswana liegenden Chobe National Park zu besuchen.

Elefanten im Chobe Nationalpark in Botswana (Foto: Werner Müller-Schell)

Elefanten im Chobe Nationalpark in Botswana (Foto: Werner Müller-Schell)

3. Die Hauptstadt Windhoek

Windhoek ist für die meisten Touristen nur Start- und Endpunkt ihrer Touren in die wunderschöne Landschaft Namibias, aber man kann trotzdem einiges in Windhoek erleben. Angefangen mit einem Besuch im Township Katutura bis hin zu einer Führung in der Brauerei Windhoeks, wo das berühmte Windhoek Lager entsteht. In diesem Beitrag haben wir euch zehn Dinge herausgesucht, die man in Windhoek unbedingt machen sollte.

Sunset in Windhoek (Foto: Werner Müller-Schell)

Sunset in Windhoek (Foto: Werner Müller-Schell)

4. Die charmante Küstenstadt Swakopmund

Namibia war von 1884 bis 1915 eine deutsche Kolonie und Deutsch war lange die Amtssprache in diesem Land, das damals noch Deutsch-Westafrika hieß. Auch wenn 1915 schon etwas zurückliegt, haben wir festgestellt, dass Deutsch immer noch zum Alltag in Namibia gehört. Denn obwohl gerade einmal 0,9 Prozent der Bevölkerung noch Deutsch als Muttersprache sprechen, gibt es noch viele deutsche Erinnerungen in Namibia. Und es gibt wohl kaum einen Ort in Namibia, der die deutsche Vergangenheit des Landes so stark behalten hat wie Swakopmund. Die alten Häuser, die Sauberkeit: Es gibt nicht wenige deutsche Besucher, die sagen, dass Swakopmund der deutscheste Ort der Welt ist. Hier sollte man auf jeden Fall zwei, drei Tage verbringen, die vielen Restaurants genießen und die vielen Activities rund um die Stadt (Abstecher in die Namib-Wüste oder an die Skelettküste, Sandboarding, Flamingos anschauen im Nahen Walvis Bay etc.) genießen. Übrigens: Fahrt nicht an Feiertagen nach Swakopmund. Dann verbringt nämlich halb Namibia den Urlaub hier und es ist vorbei mit der Küstenromantik!

Die Fußgängerzone von Swakopmund (Foto: Werner Müller-Schell)

Die Fußgängerzone von Swakopmund (Foto: Werner Müller-Schell)

5. Die Skelettküste

Die Skelettküste ist eine unwirkliche Gegend: Eine Wüstenlandschaft, aus deren Dünen zahlreiche Schiffswracks hervorragen. Die Skelettküste reicht von Swakopmund nach Norden bis Angola und ist daher von Swakopmund aus einfach zu besuchen. Aber Achtung: Je nördlicher man gelangt, desto einsamer wird es.

Eines der vielen Schiffswracks der Skelettküste (Foto: Werner Müller-Schell)

Eines der vielen Schiffswracks der Skelettküste (Foto: Werner Müller-Schell)

6. Die riesigen Dünen Namib-Wüste

Die Namib-Wüste ist mit einem Alter von 80 Millionen Jahren die älteste Wüste der Welt und nimmt beträchtliche Teile der namibischen Landesfläche ein. Am besten erreicht man sie von Swakopmund aus oder per mehrstündiger Autofahrt auch von Windhoek aus. Bekannt ist die Wüste vor allem für ihre hohen, farbenprächtigen Dünen: Die höchsten werden so weit über 300 Meter hoch, was ihnen eine sehr beeindruckende Gestalt verleiht. Viele Dünen, etwa Big Daddy oder die Dune 45, lassen sich erwandern und bieten eine tolle Aussicht über diese unwirklich erscheindende Wüstenlandschaft. Von Swakopmund aus lassen sich auch Rundflüge über die Namib-Wüste buchen.

Unterwegs in der Namib-Wüste (Foto: Werner Müller-Schell)

Unterwegs in der Namib-Wüste (Foto: Werner Müller-Schell)

7. Sossusvlei

Das Sossusvlei ist eine von den riesigen Dünen der Namib-Wüste umschlossene Salz-Ton-Pfanne, in deren Mitte zahlreiche abgestorbene, tote Bäume stehen, was den Ort äußerst surreal erscheinen lässt. Daher ist das Sossusvlei auch eines der beliebtesten Fotomotive in Namibia. Besucht man die Dünen, etwa die Dune 45, ist es nach kurzer Autofahrt und noch kürzerer Wanderung zu Fuß zu erreichen.

Sabina und Werner in Namibia

Sabina und Werner in Namibia

8. Die Schluchten des Fishriver Canyon

Der Fishriver Canyon ist der größte Canyon Afrikas und nach dem Grand Canyon der zweitgrößte der Welt. Seine Weite ist dabei mit bloßem Auge nicht zu erkennen: Beeindruckend weit, majestätisch liegt er vor einem und der Fluss im Tal bahnt sich den Weg durch die Felslandschaft. Man kann den Fishriver Canyon von verschiedenen Punkten aus beobachten, zudem gibt es eine mehrtägige Trekking-Tour durch die Schlucht.

Der Fish River Canyon (Foto: Werner Müller-Schell)

Der Fish River Canyon (Foto: Werner Müller-Schell)

9. Quiver Tree Forest Keetmanshoop

Keetmanshoop liegt etwa vier Stunden südlich von Windhoek. Rund 20.000 Menschen leben hier und wie in vielen Teilen Namibias kann man auch heute noch die deutsche Vergangenheit der einstigen deutschen Kolonie erkennen. Ein Highlight ist der in der Nähe der Stadt liegende Quiver Tree Forrest – zu Deutsch: Köcherbaumwald. Die Bäume erhielten ihren Namen von den Stämmen, die hier einst lebten. Die Äste des Köcherbaums dienten ausgehöhlt nämlich als Köcher für ihre Pfeile.

Der Quivertree Forest (Foto: Werner Müller-Schell)

Der Quivertree Forest (Foto: Werner Müller-Schell)

10. Lüderitz und die Geisterstadt Kolmanskop

Lüderitz ist ein verschlafenes Fischerdorf an der Südwestküste des Landes. Einer der Höhepunkte ist dabei der Diaz Point, eine Anhöhe, die einen unglaublichen Blick über das Meer bietet. In der Nähe von Lüderitz liegt Kolmanskop, die sogenannte Geisterstadt. Die Stadt wurde gebaut, als der Diamatenboom in Namibia seinen Höhepunkt erreichte. Doch seit 1960 ist sie menschenleer und wurde der Wüste überlassen. Nach und nach hat der Sand sie in Besitz genommen – manche Gebäude sind von den Dünen halb verschlungen.

In der Geisterstadt Kolmanskop (Foto: Sabina Schneider)

In der Geisterstadt Kolmanskop (Foto: Sabina Schneider)

Drei Weitere Ausflugsziele für Namibia-Reisende

Namibia ist zudem ein prima Ort, um kürzere Ausflüge in die benachbarten Länder zu unternehmen. Vom Caprivi-Streifen aus kommt man so relativ einfach zu den beeindruckenden Victoria Falls nach Sambia oder Simbabwe. Auch ein Tagestrip zum Chobe-Nationalpark in Botswana ist hier möglich. Über Nacht mit dem Intercape-Bus oder in zwei Stunden mit dem Flugzeug kommt man zudem nach Kapstadt ins benachbarte Südafrika.

Kapstadt ist eine der schönsten Städte der Welt. (Foto: Werner Müller-Schell)

Kapstadt ist eine der schönsten Städte der Welt. (Foto: Werner Müller-Schell)