33.401 Schritte und 23,4 Kilometer zeigte mir mein iPhone nach drei Tagen ITB Berlin 2017 an. Kein Wunder, dass nach unserem Besuch auf der wichtigsten Reisemesse der Welt die Fußsohlen brannten: Hallen durchstöbern, sich für neue Reiseziele inspirieren lassen, Bekannte treffen und neue Leute kennen lernen und – für uns als Blogger besonders wichtig – Kontakte für zukünftige Projekte knüpfen – es waren drei unglaublich spannende Tage, aus denen wir viel mitnehmen konnten.

1. Gute Vorbereitung ist das A und O

Fünf Kontinente, 187 Länder, rund 200.000 Besucher – die ITB Berlin ist die größte und wichtigste Reisemesse der Welt. Geht man nicht Privat- sondern als Fachbesucher dorthin und will entsprechend Kontakte küpften, wird man sehr schnell in das „Travel Business“ geworfen. Hier eine Einladung für das Event, dort eine Anmeldeerinnerung für eine Pressekonferenz, Mails von Agenturen – laufend füllte sich in den Wochen vor der Messer unser Mailpostfach. Es dauerte ein wenig, wir alles ordnen und Termine fixieren konnten. Wir beschlossen, da es unsere erste ITB war, nicht alles mit Terminen vollzupacken und uns erst einmal inspirieren zu lassen.

Zur Vorbereitung gehört auch das rechtzeitige Buchen einer Unterkunft. Wer schon länger Bescheid weiß, dass er zur Messe in Berlin fahren wird, der sollte sofort buchen. Am besten schon im Dezember. Der Besucheransturm ist nämlich riesengroß.

Auf der ITB Berlin 2017 (Foto: Werner Müller-Schell)

Auf der ITB Berlin 2017 (Foto: Werner Müller-Schell)

2. Viele Visitenkarten mitnehmen. Ganz viele.

Visitenkarten sind auch im digitalen Zeitalter extrem wichtig. Man tauscht einfach Kontakte aus, was wichtig für spätere Kooperationen ist, aber auch, um das Reisenetzwerk zu erweitern. So wird ein Messetag zu einer regelrechten Tauschorgie: Ständig gibt man Visitenkarten her und bekommt welche. Die Visitenkarten haben wir rechtzeitig bestellt. Womit wir allerdings nicht gerechnet haben: Wir haben tatsächlich so viele verteilt, dass es beinahe knapp wurde. Für 2018 wissen wir: Lieber mehr dabei haben als zu wenig. Viele Gespräche entstehen nämlich ungeplant und dann ist es besonders wichtig, noch ein Satz Visitenkarten dabei zu haben.

3. Freunde treffen auf der ITB Berlin

Selbst beim ersten Mal auf der ITB Berlin wird man also das ein oder andere bekannte Gesicht treffen. Das lässt sich natürlich auch schon im Vorfeld organisieren: Gemeinsam mit Barbara und Hanna vom Nicaragua-Reiseanbieter Loro Trips Salzburg teilten wir uns eine ITB-WG im Berliner Stadtteil Pankow und auf der Messe selbst trafen wir unsere Autorin Annalena. Dazu gab es die ein oder andere zufällige, nette Begegnung mit Blogger-Kollegen wie beispielsweise Laura-Lee Lehmann von The Travelette oder Lynn von Lieschenradieschen reist.

Gemeinsam mit Barbara und Hanna von Loro Trips Salzburg (Foto: Werner Müller-Schell)

Gemeinsam mit Barbara und Hanna von Loro Trips Salzburg (Foto: Werner Müller-Schell)

4. Auf die jeweiligen Meetings vorbereiten

An den Wochentagen stehen die Türen der ITB nur für Fachbesucher offen. Das heißt: In dieser Zeit gibt es Meetings, um sich auf gemeinsame Projekte zu einigen und neue Kooperationen an Land zu ziehen. Dabei ist es wichtig, sich vorher zu informieren. Hat mein Gesprächspartner vielleicht einen geschäftlichen Blog, hat er schon mal mit Bloggern zusammen gearbeitet? Wenn ja, wie sah diese Zusammenarbeit aus? Vorbereitung ist das A und O. Dabei sollte man auch wissen, was man selber will. Wir halten uns zum Beispiel an den Reiseblogger-Kodex, deswegen kommen einige Kooperationsanfragen für uns nicht in Frage.

5. Das Blogger-Speeddating der ITB Berlin

Das Blogger-Speeddating der ITB Berlin ist für viele Reiseblogger das Highlight der Messe. Entsprechend begehrt sind die Plätze: Schon bei der Anmeldung Monate zuvor geht alles blitzschnell. Mediakit bereit halten und hoffen, dass man beim Blogger-Speeddating genommen wird. Sobald das der Fall ist, heißt es, so schnell wie möglich die Gesprächspartner aussuchen. Je schneller man das macht, desto wahrscheinlicher ist es, dass man den begehrten Termin auch erhält.

Das Blogger Speeddating auf der ITB Berlin (Foto: Werner Müller-Schell)

Das Blogger-Speeddating läuft so ab, wie man es von Speeddatings kennt: Um die 100 Geschäftspartner sitzen an ihren mit Nummernschildern gekennzeichneten Tischen und warteten auf uns Blogger. Acht Minuten lang versuchen beide Seiten, etwas über sich zu erzählen und mögliche Kooperationen auszuhandeln. Dann kommt ein Gong und man hat zwei Minuten Zeit, den Tisch zu wechseln. Gerade weil acht Minuten eine sehr kurze Zeit ist, sollte man sich auf die Gespräche optimal vorbereiten.

6. Spontane Chancen nutzen

Manchmal ergeben sich auch spontan tolle Gelegenheiten: Wir liefen beispielsweise ein bisschen in der Europa-Halle umher. Einige Tage vorher wurden nämlich von einer Agentur angeschrieben, die Ferienhäuser vertritt. Und genau diese suchten wird. Gelandet sind wir letztlich in einem kleinem Raum hinter deren Stand, wo wir ein interessantes Gespräch mit einem Filmemacher führten, mit dem wir schnell gemeinsame Pläne austauschen konnten.

Für einen kleinen Radiobeitrag suchte ich einige Gesprächspartner, die mir ein bisschen von ihren Erlebnissen auf der ITB erzählen sollten. Dabei kam ich an einem Südafrika-Stand vorbei. Schnell kamen wir ins Gespräch. Ich erzählte von unserem Aufenthalt in Kapstadt letztes Jahr. Und wie es der Zufall so wollte: Ich stand der Besitzerin des Once in Cape Town Hostels gegenüber, in welchem wir die ganze Zeit über waren. Es wurde noch schnell ein Selfie geschossen und der Rezeption vor Ort geschickt. Man sollte einfach die spontanen Chancen nutzen und die Leute direkt ansprechen.

7. Auch mal locker lassen

Bei aller Liebe zum „Blogger-Business“ stellten wir allerdings auch recht schnell fest, dass wir nicht Reiseblogger sind, weil wir Fame benötigen, gratis an Pressereisen kommen oder Geld verdienen wollen. Wir sind Reiseblogger, weil wir einfach gerne reisen und die Welt entdecken und darüber hinaus unsere Kreativität ausleben wollen. Und so kam es, dass wir uns nach den letzten Terminen am letzten Tag unseres Berlin-Aufenthaltes einfach nur treiben ließen. Werner schoß Porträtfotos der vielen Stand-Models, die die jeweilige Landestracht präsentierten, ich zog umher und sammelte weiter Stimmen für einen Radiobeitrag.

Am sudanesischen Stand (Foto: Werner Müller-Schell)

Am sudanesischen Stand (Foto: Werner Müller-Schell)

8. Berlin erkunden

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint: Für uns als Salzburger Blogger ist Berlin weiter entfernt als das Mittelmeer. Mit dem Bus fährt man von der Mozartstadt mehr als zehn Stunden in die deutsche Hauptstadt. Das gilt auch für viele andere, die die weite Reise in den Norden der Bundesrepublik auf sich nehmen. Es wäre also doof, wenn man einen Berlin-Aufenthalt nicht auch dazu nutzt, die Stadt außerhalb der Messehallen zu genießen.

An der Spree (Foto: Werner Müller-Schell)

An der Spree (Foto: Werner Müller-Schell)

9. Die Nachbereitung

Nachdem das Bodenpersonal am Flughafen streikte, mussten wir auf den Flixbus ausweichen. So kamen wir erst einen Tag später wieder in Salzburg an. Etwas müde kämpfte ich mich durch alle Flyer und Goddie-Bags, die wir bekommen haben. Gemeinsam reflektierten wir unserer Gespräche und Begegnungen, schrieben Mails, um die entstandenen Kontakte zu vertiefen. Auch dieser Blog-Beitrag wurde geschrieben: Nach der ITB ist der ITB-Besuch also lange nicht vorbei.

10. Wie geht es nach der ITB weiter?

Unglaublich, wie schnell die drei Tage vergangen sind. Nun kommt natürlich die Frage, was kommt jetzt? Um euch bisschen auf dem Laufenden zu halten, eine kleine Übersicht unserer Pläne:

  • Werner bereitet sich gerade auf seinen Vortrag über Backpacken in Afrika vor. Der Vortrag findet am Mittwoch, den 15.3. in Salzburg statt – wer gerade in der Nähe ist, ist natürlich herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.
  • Danach geht es für ihn nach Mallorca zum Radfahren.
  • Anfang April werden wir gemeinsam ein Wochenende in Bratislava verbringen
  • Im April fliegt Werner für einige Tage nach Stockholm, danach mit einem guten Freund nach Australien.
  • Während Werner unterwegs ist, darf ich das neue Semester begrüßen. In Österreich starteten wir bereits Anfang März in das Sommersemester 2017. Deswegen bleibe ich vorerst in Salzburg und berichte von dort ein bisschen was.
  • Einen kleinen Ausflug werde ich dennoch unternehmen: Die Leipziger Buchmesse. Ich werde am 25./26.3. dort sein. Vielleicht trifft man sich. Ich würde mich freuen.
  • Wir sind gerade an der Planung für Juli 2017. Da haben wir etwas ganz besonderes geplant und die Reise wird immer detaillierter. Ihr dürft gespannt sein. Mehr gibt es bald und vielleicht findet ihr es sogar auf unserer Bucketlist 2017.