Gin des Lebens – so heißt das Blogprojekt von Ines Erlacher und Thomas Mussbacher aus Graz. Das Paar hat sich 2012 kennengelernt und ist seitdem vom gemeinsamen Reisefieber gepackt. Zusammen waren sie schon auf der ganzen Welt unterwegs. Im Interview verrieten sie uns nicht nur ihre Lieblingssports, sondern auch wie es ist, als Paar zu verreisen.

Ihr betreibt beide den Reiseblog Gin des Lebens (www.gindeslebens.com). Wie seid ihr auf diesen Namen gekommen?

Ines Erlacher: Die Suche nach dem Blognamen hat sich anfangs echt schwierig gestaltet. Wir hatten zwar viele Ideen, aber keine passte dann wirklich zu uns. Wir haben uns dann überlegt, was Reisen wirklich für uns bedeutet. Reisen ist für uns der Sinn des Lebens. Vor allem ich liebe Gin Tonic und irgendwie sind wir dann auf den Namen gekommen. Gin war bei der Namensfindung aber gar keiner involviert.

Ines und Thomas (Foto: Gin des Lebens, www.gindeslebens.com)

Ines und Thomas (Foto: Gin des Lebens, www.gindeslebens.com)

Wie bei uns ist eure gemeinsame Leidenschaft das Reisen. Welche Erfahrungen habt ihr beim Reisen als Paar gemacht?

Ines Erlacher: Man sagt ja immer, dass man sich beim Reisen erst wirklich kennenlernt. Das stimmt auch. Bei uns hat sicher aber herausgestellt, dass wir auch auf Reisen sehr gut harmonieren. Wir verreisen am liebsten gemeinsam. Es stärkt den Zusammenhalt, wenn man Erlebnisse teilt. Auch die eine oder andere Grenzerfahrung haben wir dabei gemacht. Es gab noch nie ein Ziel, bei dem wir uns nicht einig waren. Unser Motto ist „We haven’t been everywhere, but it’s on our list“. Und das ist wirklich so, wir wollen gemeinsam die ganze Welt bereisen. Wir haben sehr viel gemeinsam, eine Gemeinsamkeit ist, dass wir überall mit vollem Herzen dabei sind, egal ob Luxusurlaub oder Schnäppchen. Alles hat seinen Reiz.

Auf Kuba (Foto: Gin des Lebens, www.gindeslebens.com)

Auf Kuba (Foto: Gin des Lebens, www.gindeslebens.com)

Seid ihr auch mal alleine unterwegs? Wie ist das dann? Und welche Tipps habt ihr für Paare auf Reisen?

Ines Erlacher: Ab und zu sind wir auch alleine unterwegs, aber hauptsächlich reisen wir als Paar. Gemeinsame Zeit ist für uns aber auch sehr wertvoll. Aus unserer Sicht der wichtigste Tipp ist das zu machen, worauf beide Lust haben. Es bringt nur Stress, wenn man den Partner zu etwas drängt was er oder sie nicht mag. Natürlich mögen wir nicht immer die gleichen Ausflüge oder Aktivitäten, aber wir achten immer darauf, dass für beide etwas dabei ist. Bisher klappt das sehr gut.

Ines und Thomas (Foto: Gin des Lebens, www.gindeslebens.com)

Ines und Thomas (Foto: Gin des Lebens, www.gindeslebens.com)

Backpacker, Flashpacker, Minimalist oder Luxusurlauber: Was trifft bei euch eigentlich zu?

Ines Erlacher: Wir würden uns zwischen Minimalist und Luxusurlauber einordnen. Manchmal will man einfach weg und da tut es auch eine weniger komfortable Unterkunft. Wir mögen es aber auch gerne ein wenig luxuriöser. Wenn man hart arbeitet soll man sich auch ab und an mal was gönnen. Es hat auch seinen Reiz, wenn man im Urlaub mal nicht an das Geld denken muss, sich einfach einen Cocktail holen kann, wenn man Lust darauf hat.

Lombok (Foto: Gin des Lebens, www.gindeslebens.com)

Lombok (Foto: Gin des Lebens, www.gindeslebens.com)

Wo wart ihr eigentlich schon überall auf der Welt unterwegs?

Ines Erlacher: Puuh eine gute Frage. Wir haben zum Beispiel Ibizas romantische Seite entdeckt, uns in Amsterdam verliebt, haben karibische Lebensfreude genossen (Mexiko und Kuba), sind drei Wochen durch Asien gereist (Kuala Lumpur, Lombok und Gili Trawangan), haben in Tromsø Nordlichter gesehen, einige Städte wie Berlin, Hamburg, Kopenhagen oder London besucht, waren in Marsa Alam in Ägypten … die Liste ist eigentlich ganz schön lange.

Auf Kuba (Foto: Gin des Lebens, www.gindeslebens.com)

Auf Kuba (Foto: Gin des Lebens, www.gindeslebens.com)

Wie ist das mit dem Reisen bei euch eigentlich losgegangen?

Ines Erlacher: Wir haben uns Ende 2012 kennengelernt und haben eigentlich gleich festgestellt, dass wir beide das Reisen lieben. Im Jänner 2013 waren wir dann gemeinsam gleich das erste Mal in Berlin. Irgendwie hat uns das Reisefieber gepackt und wir kommen davon nicht mehr los. Dazwischen sind wir zwar auch gerne zu Hause bei unseren „Kindern“ (unseren Katzen), aber es zieht uns einfach immer wieder in die Ferne. Es gibt einfach zu viel, was wir noch sehen wollen. Ein Lottogewinn würde da helfen, aber wir mögen auch beide unseren Arbeitsalltag.

Berlin (Foto: Gin des Lebens, www.gindeslebens.com)

Berlin (Foto: Gin des Lebens, www.gindeslebens.com)

Was waren Eure Favoriten-Orte auf der Welt bisher? Und warum?

Ines Erlacher: Neben der Melancholie und der schönen Natur Islands hat es uns generell der Norden sehr angetan. Schnee, Eis und Nordlichter sind einfach die perfekte Kombination. Unsere bisherige Lieblingsdestination war Spitzbergen.

Island (Foto: Gin des Lebens, www.gindeslebens.com)

Island (Foto: Gin des Lebens, www.gindeslebens.com)

Spitzbergen war Reise, die wir auch auf Eurem Blog besonders gerne verfolgt haben. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, dorthin zu reisen, und was habt ihr dort erlebt?

Ines Erlacher: Wir schenken uns meistens zu bestimmten Anlässen gemeinsame Reisen und Erlebnisse. Ich habe zu Weihnachten von Thomas Karten für die Brit Awards und den Cirque du Soleil in London bekommen, samt Flügen und Hotel. Und weil wir in Island bei unserem ersten Besuch nicht wirklich Glück mit der Aurora Borealis hatten (sie war nur schwach auf einem zufällig geschossenen Foto zu erkennen) haben wir dann nach Nordlichhotspots gesucht. Ich habe Thomas dann Tromsø vorgeschlagen. Zuerst hatte er es als Scherz gemeint, dass wir dann auch gleich nach Spitzbergen reisen könnten. Wir haben uns dann aber recht schnell dafür entschieden und so kam die Reise London – Spitzbergen – Tromsø zustande.

Spitzbergen (Foto: Gin des Lebens, www.gindeslebens.com)

Spitzbergen (Foto: Gin des Lebens, www.gindeslebens.com)

Nach drei genialen Tagen in London sind wir dann mit Zwischenstopp in Oslo nach Spitzbergen gereist. Alleine die Ankunft am Flughafen war schon ein Highlight. Gewohnt haben wir in ehemaligen Baracken für die Minenarbeiter den Coal Miner’s Cabins. Die Rentiere kommen da bis an die Unterkunft und man kann das am nördlichsten gebraute Bier trinken.

Spitzbergen (Foto: Gin des Lebens, www.gindeslebens.com)

Spitzbergen (Foto: Gin des Lebens, www.gindeslebens.com)

Auf Spitzbergen haben wir auch eine Grenzerfahrung gemacht: Wir sind bei gefühlten -30 Grad 10 Stunden mit dem Schneemobil bis an die Ostküste gefahren, um nach Eisbären Ausschau zu halten. Wir haben die Eisbären ganz klein durch das Fernglas gesehen und auch Spuren von ihnen im Schnee. In zehn Stunden hatten wir aber keine Möglichkeit, uns aufzuwärmen oder gar ein WC zu benutzen. Beim Briefing war mir schon ein wenig mulmig,als unser Guide erzählt hat, dass es nur ein WC gibt: groß, kalt, aber mit toller Aussicht. Es hat sich dann herausgestellt, dass er damit einen Stein meinte. Bei dem dicken Anzug und den vielen Schichten ein echtes Drama, aber im Nachhinein kann ich alle Frauen beruhigen: Es geht auch ohne Pinkeln. Nichtsdestotrotz ist die Tour anstrengend. Wir würden es aber jederzeit wieder machen, denn die atemberaubende Landschaft und das Erlebnis waren es wert ….

Spitzbergen (Foto: Gin des Lebens, www.gindeslebens.com)

Spitzbergen (Foto: Gin des Lebens, www.gindeslebens.com)

Ohne eine gute Ausrüstung sollte man dieses Abenteuer aber nicht wagen, denn es ist wirklich sehr kalt, vor allem bei circa 90 km/h auf dem Schneemobil. Wir haben auf unserem Blog eine Checkliste zur Ausrüstung und auch ein paar Tipps zu den Nordlichtern. Den Abschluss machte dann Tromsø. Da konnten wir dann noch etwas entspannen: wir hatten ein Hotel mit Whirlpool und Sauna am Dach mit Blick auf den Hafen. Nordlichter haben wir hier dann auch gesehen.

Zum Ende wieder zurück zu Eurem außergewöhnlichen Blog-Namen: Was ist eigentlich Euere Liebglings-Gin-Sorte?

Ines Erlacher: Einen wirklichen Favoriten haben wir eigentlich nicht. Es gibt einfach viel zu viele gute Gins-Sorten. Auch in Österreich gibt es derzeit einen wirklichen Gin-Hype und gerade lokale Gins stehen bei uns hoch im Kurs. Wir versuchen auch immer bei unseren Reisen den ein oder anderen lokalen Gin zu genießen. Aber wir gehen dem Gin auch manchmal fremd – zum Beispiel der kubanische Rum war letztes Jahr sehr verlockend und wir hatten einen Urlaubsflirt mit einem heißen Kubaner aus Santiago de Cuba …

Kubanischer Mojito (Foto: Gin des Lebens, www.gindeslebens.com)

Kubanischer Mojito (Foto: Gin des Lebens, www.gindeslebens.com)

Und an welchem Ort bzw. welchem Reiseziel wollt ihr das nächste Mal Gin trinken?

Ines Erlacher: Wir waren heuer bereits in Kopenhagen und haben schon weitere Reisen gebucht. Im März machen wir einen einwöchigen Road Trip durch Island und im August geht ein weiterer Traum in Erfüllung: Wir reisen endlich zu unseren geliebten Faultieren nach Costa Rica. Anschließend geht es noch zum Tauchen und Entspannen in die Dominikanische Republik. Weitere spontane Trips sind nicht ausgeschlossen.

Vielen Dank für das nette Interview!

Sunset in Marsa Aalam (Foto: Gin des Lebens, www.gindeslebens.com)

Sunset in Marsa Aalam (Foto: Gin des Lebens, www.gindeslebens.com)

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