An solch feuchtkalten Herbsttagen, wie sie zur Zeit Gang und Geben in Salzburg sind, denke ich schweren Herzens an den Sommer in Spanien zurück. Denn mit 280 Sonnentagen im Jahr und über sieben Sonnenstunden pro Tag zählt Spanien zu den sonnigsten Ländern der Welt – und Salzburg ist im Gegensatz dazu eher bekannt für seinen „Schnürlregen“.  Doch nicht immer habe ich das warme Wetter in Spanien genossen, es hat auch den einen oder anderen Moment gegeben, da haben die 41 Grad im Schatten die Sehnsucht nach dem Salzburger Regenwetter in mir geweckt.

Saragossa – eine Stadt der Extreme

Saragossas Klima hat so seine Eigenheiten, wie ich bei meiner Ankunft Anfang des Jahres sogleich feststellen durfte. Saragossa ist… eine Stadt der Extreme, um es mit den Worten der Bewohner auszudrücken. Während im März el cierzo noch sein Unwesen trieb (mehr dazu in Erasmus in Saragossa Teil 1) und wir uns über verwuschelte Frisuren und kalte Hände beschwerten, zeigte sich im Juli und August Saragossas anderes Extrem: der Hochsommer. Und zwar mit erdrückenden 43 bis 45 Grad, die sich selbst bis in die frühen Abendstunden hielten. Bei solch Temperaturen fiel einem manchmal sogar das Atmen schwer, da die Luft so trocken und heiß war.

El Pilar in Saragossa bei Sonnenuntergang (Foto: Marie Goltermann)

El Pilar in Saragossa bei Sonnenuntergang (Foto: Marie Goltermann)

Selbst die Spanier finden keinen großen Gefallen an diesen Temperaturen und meiden um diese Jahreszeit Saragossa, am Nachmittag sind die Straßen der Stadt leergefegt, Menschen findet man höchstens in einem der vielen Freibäder. Generell aber gleicht Saragossa in den Sommermonaten eher einer Geisterstadt, denn so gut wie alle Bewohner „fliehen“ in ihre Zweitwohnungen in die Bergen oder an den Strand. In Vinaróz oder Peñiscola beispielsweise war mindestens die Hälfte aller Badegäste  aus Saragossa.  Auch ich bin für einige Tage mit Freunden aus Saragossa dorthin ans Meer geflüchtet, obwohl es doch knapp 300 Kilometer Entfernung sind.

Auf zur „Sommerfrische“

Um der extremen Hitze in Saragossa zu entkommen (welch Ironie nicht wahr?) und weil sowieso die Meisten in den Bergen oder am Meer waren, beschloss ich auch ein wenig durchs Land zu reisen. Und entschied mich hingegen aller Warnungen der Spanier für den Süden: Andalusien war das Ziel. Warum Andalusien in Juli nicht die beste Idee ist? Naja, sagen wir mal so: es kann schon ziemlich warm werden. Aber nichts desto trotz, ich wollte vor meiner Rückkehr nach Österreich unbedingt den Süden Spaniens sehen, deswegen stürzten wir uns zu zweit in das Abenteuer „Andalusien im Hochsommer“.

Sonnenuntergang in Cadíz (Foto: Marie Goltermann)

Sonnenuntergang in Cadíz (Foto: Marie Goltermann)

Um ehrlich zu sein, ich glaube, es hat mir keiner zugetraut, dass ich als Deutsche mit dem Wetter (halbwegs) gut zurechtkomme.  Natürlich war es manchmal hart und es hat auch den einen oder anderen Moment gegeben – wie beispielsweise in Sevilla, nach einem kleinen Sonnenstich, mit Zimmer ohne Ventilator und ausreichend Durchzugsmöglichkeiten, so dass es im Raum selbst heißer war als draußen – an dem ich an meine körperlichen Grenzen gestoßen bin und die Hitze Spaniens verflucht habe.

Sevilla, Cordoba, Granada, Málaga und Cadiz

Aber diese Reise war definitiv jeden Moment, den wir unter den ungewohnten Temperaturen gelitten haben, wert, denn der Süden Spaniens ist mit seinen liebenswerten Städten wie Sevilla, Cordoba, Granada, Málaga und Cádiz einfach beeindruckend. Jede Stadt erzählt eine Geschichte, die Architektur bringt einen immer wieder zum Staunen und der arabische Einfluss lässt einen auch mal vergessen, dass man sich überhaupt in Spanien befindet.

Sevilla in Andalusien (Foto: Marie Goltermann)

Sevilla in Andalusien (Foto: Marie Goltermann)

Kleine lustige Anekdote am Rande: Nach drei der heißesten Städte mit Durchschnittstemperaturen von 40 Grad plus (und kein Meer weit und breit zum abkühlen) kamen wir endlich nach Málaga und freuten und natürlich schon wie die kleinen Kinder auf den Strand. Doch als wir in Málaga eintrafen, erwartete uns Nieselregen und „nur“ 26 Grad. Da waren wir dann doch fast ein wenig enttäuscht. Dennoch war auch der Aufenthalt in Málaga großartig, da dieses Stadt ein kleineres kulturelles Angebot, dafür aber ein umso größere Auswahl an Ausgehmöglichkeiten bietet. Somit war uns das „schlechte“ Wetter in Málaga eigentlich dann doch wieder ganz recht.

In Spaniens Bergen (Foto: Marie Goltermann)

In Spaniens Bergen (Foto: Marie Goltermann)