Nach fünf Monaten bei meiner Gastfamilie in Island war es langsam an der Zeit Lebewohl zu sagen. Da der letzte Unitag schon Wochen zurück lag und auch immer mehr Erasmus-Studierende, die zu Freundinnen und Freunden wurden, in ihre Heimat zurück reisten, war auch ich in Aufbruchsstimmung.

Erasmus in Island (Foto: Adriana Gartenmaier)

Erasmus in Island (Foto: Adriana Gartenmaier)

Aber der Abschied in Akureyri hatte auch eine positive Seite: Meine Eltern und mein Bruder landeten Mitte Mai in Keflavik, mieteten ein Wohnmobil, holten mich in der Hauptstadt des Nordens ab und wir starteten zu viert in ein neues Abenteuer – die ganze Insel Islands entdecken. Bevor ich euch aber von meiner Rundreise erzähle, möchte ich noch ein Fazit von meinem Erasmus-Aufenthalt geben.

Erasmus und das „Erste Mal“

Mein Auslandssemester war voll von „Ersten Malen“. Das erste Mal alleine fliegen, alleine in einem fremden Land zurechtkommen, in der man weder die Sprache spricht noch die Kultur kennt. Das erste Mal länger von Zuhause und der gewohnten Umgebung weg sein. Aber natürlich gab es auch viele Momente, die wohl die Einzigartigkeit Islands in den Vordergrund stellten: Zum ersten Mal live Wale sehen. Oder die Nordlichter. Oder Skifahren mit dem Blick auf den längsten Fjord Islands oder auf einem Islandpony reiten.

Erasmus in Island (Foto: Adriana Gartenmaier)

Erasmus in Island (Foto: Adriana Gartenmaier)

Noch so ein Erlebnis war natürlich das Essen: „Rotten Shark“, Pferd, sehr viel Lamm, Walfett und so weiter. Ohne Island wäre ich glaube ich nie auf einen inaktiven Vulkan gewandert – geschweige denn auf einen aktiven. Oder auf eine Gletscherzunge. Alles in allem werde ich an Island vor allem die Wasserfälle und Landschaft vermissen, an denen ich mich nie satt sehen werden kann. Ich glaube auch, dass ich die großen Autos, die die Isländer ja lieben, auch ein bisschen vermissen werde.

Macht Erasmus, Leute!

Nicht zu vergessen an meinem Auslandssemester ist natürlich die Universität. Auch hier kann ich nichts Schlechtes sagen. Meine Kurse haben mir gefallen, das Gebäude war modern und gemütlich zugleich, wir hatten einen kostenlosen Fitnessraum mit Duschen und mein Erasmus-Koordinator vor Ort war eher ein Kumpel als ein Angestellter der Uni, was vermutlich auch an der Namenspolitik Islands liegt (man redet jeden nur mit dem Vornamen an – auch wird alles nach dem Vornamen geordnet).

Erasmus in Island (Foto: Adriana Gartenmaier)

Erasmus in Island (Foto: Adriana Gartenmaier)

Ich kann jedem wirklich nur ein Auslandssemester ans Herz legen – diese Chance zu nutzen ist nicht nur für akademische sondern auch persönliche Gründe und die eigenen Weiterentwicklung wichtig. Ich würde mich auch freuen, wenn Island als Destination gewählt würde, wobei ich natürlich auch schon weiß, dass das Land ja immer beliebter wird und dieses Jahr vermutlich die Zwei-Millionen-Touristen-Marke geknackt wird. Werbung braucht es also gar nicht so viel. Wo die vielen Touristen alle unterkommen, zeige ich euch in meiner nächsten Kolumne, in der ich euch dann einmal (fast) um die ganze Insel mitnehme. In diesem Sinne, bless bless.

Erasmus in Island (Foto: Adriana Gartenmaier)

Erasmus in Island (Foto: Adriana Gartenmaier)