Nach fast sieben Monaten im Ausland sitze ich nun wieder hier am Strand von Scheveningen, trinke meinen Aperol Spritz, lasse mir die noch etwas kühle Frühlingssonne ins Gesicht scheinen und schreibe mein Resümee — Tränen des Glücks bleiben da nicht aus.

Erasmus in Den Haag (Foto: Marlene Weismann)

Erasmus in Den Haag (Foto: Marlene Weismann)

Hommage an meine zweite Heimat

Nie hätte ich mir träumen lassen, jemals von zu Hause wegzugehen, so verbunden bin ich mit meiner Heimat und so sehr hatte ich Angst vor großen Veränderungen. Im Nachhinein gesehen kann ich sagen, diesen wertvollen Schritt gewagt zu haben und für längere Zeit ins Ausland zu gehen, war die beste Entscheidung meines Lebens. Wie bereits Anfangs in meiner Kolumne erwähnt, war mein Start hier etwas holprig und für mich als absolute Chaotin dementsprechend schwieriger als gedacht. Trotz alledem habe ich mich, kaum war ich angekommen, in das Land und vor allem in Den Haag verliebt.

Erasmus in Den Haag (Foto: Marlene Weismann)

Erasmus in Den Haag (Foto: Marlene Weismann)

Für mich hat mein Auslandssemester kein Gefühl der Fremde ausgelöst, sondern ein “endlich nach Hause kommen”. Den Haag ist für mich zu einer zweiten Heimat geworden. Besser noch: meine zukünftige Wahlheimat. Es gibt tausend Dinge, die mich hier begeistern und schmunzeln lassen. Nicht nur die Stadt weckt in mir Glücksgefühle, auch die unterschiedlichsten Sprachen die hier gesprochen werden und die offene und zwanglose Art der Leute gefällt mir so gut das ich am liebsten hierbleiben würde.

Alles anders, alles neu

Neben all der Freizeit, die ich hier hatte, musste ich natürlich auch von Zeit zu Zeit die Schulbank drücken und die verantwortungsbewusste Erwachsene spielen. An meinem ersten Schultag war ich von all den ersten Eindrücken ziemlich überrumpelt und einfach nur sprachlos. Die Haagse Hogeschool ist innen wie außen sehr modern und im Vergleich zu der Universität in Salzburg riesig – ich habe mich ziemlich klein gefühlt. Über meine Dozenten kann ich nur Gutes sagen. Wir wurden dazu animiert aktiv am Unterricht teilzunehmen, uns in Diskussionen einzubringen und sie waren eher Lernbuddys und weniger Respektspersonen. Ich werde dieses offene Lernklima vermissen.

Erasmus in Den Haag (Foto: Marlene Weismann)

Erasmus in Den Haag (Foto: Marlene Weismann)

Abschied nehmen

Neben unzähligen niederländischen Bekanntschaften habe ich natürlich den Großteil meines Aufenthaltes mit Erasmus-Leuten verbracht. Menschen von überall auf der Welt wurden zu meinen Freunden und für diese doch kurze Zeit waren sie meine kleine Familie — ich will nicht eine Sekunde missen, die ich mit ihnen verbracht habe. Schlussendlich aber hat auch mich die Phase des “Abschiednehmens” eingeholt. Ein merkwürdiges Gefühl zu wissen, das nichts mehr sein wird, wie es war und ein ganzes Kapitel abgeschlossen ist. Trotz allem kann ich jedem nur raten, einmal im Leben aus dem eigenen Wohlfühlbereich auszubrechen und in ungewisse Gewässer zu springen. Auch wenn es nicht immer leicht war, aber diese Erfahrung hat mir so viel gebracht. Ich bin innerlich über unzählige Schatten gesprungen und habe mich zum Guten weiterentwickelt.

Erasmus in Den Haag (Foto: Marlene Weismann)

Erasmus in Den Haag (Foto: Marlene Weismann)

Das was bleibt: Ganz Abschied nehmen werde ich wohl nie müssen, denn ich habe mich dazu entschlossen meinen Master hier zu machen. Und wenn mich einmal das Heimweh plagt, kann ich jederzeit wieder herkommen. Ich hoffe euch haben meine kleinen Beiträge gefallen und wünsche euch ein letztes Mal: Veel succes en tot ziens!